Bankenaufsicht und Zulassung

Worauf achtet die Bankenaufsicht bei der Zulassung von Ratingsystemen?

Im Rahmen der  Zulassungsprüfungen achtet die (europäische) Bankenaufsicht auf die Erfüllung der Anforderungen aus der Kapitaladäquanzverordnung und -richtlinie (CRR/CRD IV).

Die SolvV legt dabei die Anforderungen an interne Ratingsysteme sowie die Anforderungen an die Bildung von Datenpools fest.

Diese umfassen insbesondere:

  • Statistische Genauigkeit und Konsistenz bei der Modellentwicklung
  • Vollständigkeit und Qualität der Datengrundlage ( z. B. vollständige Default-Erfassung)
  • Ausreichende Zeitreihen
  • Detaillierte Entwicklungsdokumentation
  • Prozessstabilität

Institute, die auf poolbasierte Ratingsysteme zurückgreifen, müssen weitere Voraussetzungen erfüllen (Artikel 179, Abs. 2 a) bis c) CRR):

  • Pool-Daten müssen repräsentativ für das Portfolio des Instituts sein
  • Die Ratingsysteme und -kriterien der anderen Institute im Pool sind mit den eigenen vergleichbar (z. B. Ausfalldefinition)
  • Kohärente Nutzung der zusammengefassten Daten über einen längeren Zeitraum hinweg
  • Mindestmaß an Einheitlichkeit der Daten

Die Institute sind weiterhin für die Integrität ihrer Ratingverfahren verantwortlich (Artikel 179, Abs. 2 d) und e) CRR):

  • Hinreichendes Verständnis über die Ratingverfahren erforderlich
  • Fähigkeit, den Prozess der Risikoeinstufung zu überprüfen und zu überwachen
  • Use-Test für die konkrete Nutzung des Ratingverfahrens