Aufbau und Wartung

Wie können Ratingsysteme erfolgreich aufgebaut und gewartet werden?

Die Entwicklung von Ratingsystemen umfasst im Regelfall folgende Schritte:

  • Prozess- und Datendefinition
  • Generierung der Entwicklungsstichprobe (Datenaufbereitung und -modellierung) inkl. Datenqualitätssicherung und -plausibilisierung
  • Analyse der definierten qualitativen und quantitativen Risikofaktoren (Univariate Datenanalysen)
  • Modellschätzung (multivariate Datenanalysen)
  • In-Sample-Validierung und Plausibilisierung der statistischen Ergebnisse auch unter betriebswirtschaftlichen und fachlichen Aspekten
  • Dokumentation

Kriterien für die Auswahl der richtigen Kennzahlen sind dabei:

  • Gute Trennschärfe und Signifikanz sowohl auf Ebene der einzelnen Risikofaktoren als auch auf Ebene des Gesamtmodells (Unterscheidet der Risikofaktor / das Gesamtmodell zwischen Ausfall und Nicht-Ausfall?)
  • Statistisch funktionaler Zusammenhang mit wenigen Sprungstellen
  • Ökonomisch plausibler Wirkungszusammenhang
  • Kalibriertheit (Stimmt die Schätzung des PD-Niveaus der Funktion mit den empirischen Beobachtungen innerhalb eines vorgegebenen Signifikanzniveaus überein?)
  • Art der Ratingklassenverteilung

Die Validierung von Ratingsystemen umfasst zwei Teilaspekte:

  1. Die regelmäßige, statistische Überprüfung der bestehenden Ratingsysteme (Ratingfunktionen)
  2. Die Überprüfung des Ratingprozesses hinsichtlich Datenqualität, Umgang mit Handlungsoptionen, einheitliche Nutzungsweise

Bei der statistischen Überprüfung der Ratingfunktionen werden folgende Schritte durchlaufen:

  • Generierung der Validierungsstichprobe (Datenaufbereitung und -qualitätssicherung)
  • Deskriptive Datenanalyse inkl. Überprüfung der zeitlichen Stabilität der Risikofaktoren
  • Überprüfung der Trennschärfe des Modells
  • Überprüfung der Kalibrierung des Modells
  • Statistische Überprüfung des Modellzusammenhangs
  • Dokumentation


In Abhängigkeit von den Ergebnissen der Validierung ergeben sich verschiedene Handlungsoptionen:

  1. Kein Anpassungsbedarf
  2. Anpassung von Gewichten und Kalibrierung
  3. Umfassende Anpassungen und Austausch von Risikofaktoren